Moderne Gefäßmedizin verändert Behandlung in Weißenfels


1000 Eingriffe für mehr Lebensqualität:

Moderne Gefäßmedizin verändert Behandlung in Weißenfels

Weißenfels, 21. Mai 2026. Wenn Doris Holstein heute von ihrem Spaziergang spricht, klingt das zunächst alltäglich. Für die 73-Jährige aus Weißenfels ist es jedoch ein Stück zurückgewonnene Freiheit. „Ich freue mich, dass ich morgen gemeinsam mit meinem Ehemann wieder die große Runde spazieren kann“, sagt sie. Noch vor wenigen Tagen war daran kaum zu denken.

Doris Holstein leidet an der sogenannten „Schaufensterkrankheit“, medizinisch periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Die Erkrankung gehört zu den häufigsten Gefäßerkrankungen überhaupt: Durch verengte oder verschlossene Arterien wird die Durchblutung der Beine eingeschränkt. Typisch sind Schmerzen beim Gehen – Betroffene müssen immer wieder stehen bleiben, oft so, als würden sie Schaufenster anschauen. Unbehandelt kann die Erkrankung schwerwiegende Folgen haben – bis hin zu schlecht heilenden Wunden oder Amputationen.

„2005 ging es los“, erinnert sich Doris Holstein. „Ich hatte Schmerzen in den Waden, bin aber erstmal nicht zum Arzt gegangen. Ich dachte, das geht schon wieder weg.“ Doch die Beschwerden wurden schlimmer. Lange Strecken, Treppen oder Steigungen wurden zunehmend zur Belastung. „Wenn Wege länger waren, hatte ich oft Angst, dass ich es nicht mehr nach Hause schaffe.“

Heute ist Doris Holstein die tausendste Patientin, die im Gefäßzentrum der Asklepios Klinik Weißenfels eine Angiografie erhalten hat – durchgeführt von Chefärztin Dr. med. Hadeel Brockmeier und ihrem Team.

Moderne Technik ermöglicht schonendere Eingriffe

Die tausendste Angiografie markiert gleichzeitig einen Meilenstein für die Klinik: Erst Anfang 2025 wurde die neue hochmoderne Hybridanlage mit integrierter Angiosuite in Betrieb genommen. Seitdem können viele Eingriffe deutlich schonender und schneller durchgeführt werden.

Eine Angiografie ist ein bildgebendes Verfahren, bei dem die Blutgefäße mithilfe eines Kontrastmittels sichtbar gemacht werden. So können Verengungen oder Verschlüsse exakt erkannt und häufig direkt behandelt werden – beispielsweise durch Ballonaufdehnungen, spezielle Fräsverfahren oder den Einsatz von Stents.

Für Doris Holstein macht genau das einen enormen Unterschied. „Früher dauerten die Operationen dreieinhalb Stunden und ich musste mehrere Tage im Krankenhaus bleiben“, erzählt sie. „Diesmal hat der Eingriff weniger als eine Stunde gedauert und ich darf schon am nächsten Tag nach Hause. Das ist eine riesige Erleichterung.“

Auch medizinisch hat sich viel verändert. „Durch die moderne Hybridtechnik können wir Diagnostik und Therapie in vielen Fällen direkt miteinander verbinden“, erklärt Dr. Brockmeier. „Das bedeutet für Patientinnen und Patienten oft kleinere Eingriffe, kürzere Krankenhausaufenthalte und eine schnellere Erholung.“

Eine Erkrankung, die viele unterschätzen

Gefäßerkrankungen gehören zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen in Deutschland. Rund 40 Prozent aller Todesfälle stehen im Zusammenhang mit Erkrankungen des Gefäßsystems. Besonders tückisch: Viele Betroffene ignorieren erste Warnzeichen lange Zeit.

„Die Schaufensterkrankheit begleitet viele Betroffene ein Leben lang“, sagt Dr. Brockmeier. „Wir können die Erkrankung heute sehr gut behandeln und ihr Fortschreiten verlangsamen – entscheidend ist jedoch, sie frühzeitig zu erkennen und Risikofaktoren konsequent zu behandeln.“

Zu den wichtigsten Präventivmaßnahmen gehören regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie die Behandlung von Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck. Aber auch eine gute Fußpflege spiele eine wichtige Rolle. „Gerade kleine Wunden an den Füßen können problematisch werden, wenn die Durchblutung eingeschränkt ist“, erklärt Brockmeier. „Über solche kleinen Verletzungen können Keime leichter in die Blutbahn gelangen und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen. Wird die Durchblutungsstörung zudem nicht behandelt, können sich Wunden weiter verschlimmern und im Extremfall sogar eine Amputation notwendig machen.“

Chefärztin Dr. Hadeel Brockmeier verfügt über die Zusatzqualifikation „Interventionelle Therapie der arteriellen Gefäßerkrankungen peripherer und zentraler Gefäße“, verliehen von der Deutschen Gesellschaft für Angiologie (DGA) und der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Damit zählt die Asklepios Klinik Weißenfels zu den spezialisierten Zentren für moderne interventionelle Gefäßmedizin und bietet Patientinnen und Patienten eine hohe Expertise in der minimalinvasiven Behandlung von Gefäßerkrankungen.

Für Doris Holstein zählt am Ende vor allem eines: weniger Schmerzen und mehr Lebensqualität. „Meine Beine sind heute schmerzfrei“, sagt sie. „Und ich freue mich sehr auf einen ausgedehnten Spaziergang. Ich bin sehr zufrieden.