Weißenfels zu Gast in Amsterdam


Weißenfels zu Gast in Amsterdam

Stadtbibliothek Weißenfels bringt europäische Impulse für die neue Bibliothek mit

Von London nach Amsterdam – und mit vielen neuen Ideen zurück nach Weißenfels: Die Stadtbibliothek Weißenfels beteiligt sich mit ihrem Projekt „Library meets Design Thinking“ am europäischen Förderprogramm „The Europe Challenge“. Das Projekt wird von der European Cultural Foundation finanziert und von der Europäischen Union unterstützt.

Bereits zum Auftakt des Programms nahm die Stadtbibliothek im Dezember 2025 am Regional Summit in London teil. Gemeinsam mit mehr als 30 Bibliotheken aus ganz Europa diskutierten die Teilnehmenden dort über die Zukunft von Bibliotheken als Orte der Gemeinschaft, Demokratie und gesellschaftlichen Teilhabe. In Workshops und Austauschformaten standen Themen wie Community Building, kulturelle Vielfalt, soziale Inklusion sowie neue Rollen von Bibliotheken im Mittelpunkt.

Für die Stadtbibliothek Weißenfels ist die Teilnahme eine besondere Auszeichnung: Als eine von nur drei deutschen Bibliotheken wurde sie für das europaweite Programm ausgewählt. Ziel von „The Europe Challenge“ ist es, Bibliotheken und ihre lokalen Partner dabei zu unterstützen, gemeinsam Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und neue Formen der Beteiligung vor Ort zu stärken.

Vom 3. bis 5. Juni 2026 nahmen Bibliotheksleiterin Sandra Baumgart und Hendrik Sielaff vom Projekt „Transfer durch Kokreation” der Universität Leipzig zudem an der internationalen Abschlusskonferenz in Amsterdam teil. Dort trafen rund 60 Projektteams aus mehr als 30 europäischen Ländern zusammen. Neben dem fachlichen Austausch standen Besuche innovativer Bibliotheks- und Gemeinschaftsprojekte auf dem Programm – darunter auch die ikonische Öffentliche Bibliothek von Amsterdam. Darüber hinaus bot die Konferenz die Möglichkeit, mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bibliothekswesen, Kultur, Verbänden und politischen Institutionen ins Gespräch zu kommen.

Im Mittelpunkt des Weißenfelser Projekts steht die Vision einer neuen Bibliothek im Herzen der Stadt. Gemeinsam mit dem Projekt „Transfer durch Kokreation“ der Universität Leipzig entwickelt die Stadtbibliothek einen Beteiligungsprozess, der die Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Planung und Gestaltung einbezieht. Die Idee einer neuen Bibliothek im Stadtzentrum, die konsequent gemeinsam mit den Menschen vor Ort entwickelt wird, stieß dabei auch auf internationaler Ebene auf großen Zuspruch und wurde von vielen Teilnehmenden als zukunftsweisender Ansatz wahrgenommen.

„Wir möchten die neue Bibliothek nicht nur für die Menschen planen, sondern gemeinsam mit ihnen entwickeln. Räume prägen maßgeblich, wie wir uns in unserer Stadt und unseren Gemeinschaften fühlen. Deshalb sind wir überzeugt, dass die neue Bibliothek einen positiven Wandel für die Innenstadt und das gesellschaftliche Miteinander anstoßen kann“, erklärt Bibliotheksleiterin Sandra Baumgart. Ziel des Projekts ist es, frühzeitig mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, Wünsche und Ideen aufzunehmen, Fragen zu beantworten und mögliche Vorbehalte abzubauen. Denn ein neues Gebäude allein schafft noch keine Identifikation. Die neue Bibliothek soll vielmehr zu einem lebendigen Treffpunkt für die gesamte Stadtgesellschaft werden – offen, einladend und von den Menschen mitgestaltet.

Erste Möglichkeiten zur Beteiligung bietet die Stadtbibliothek bereits zum diesjährigen Stadtfest. In einem Pop-up-Wohnzimmer im Stadtzentrum lädt sie bei Kaffee, Kuchen und kreativen Mitmachangeboten zum Austausch ein. „Genau das soll die neue Bibliothek werden: ein Wohnzimmer der Stadt“, so Sandra Baumgart. Weitere Beteiligungsformate werden den Planungsprozess für die neue Bibliothek in den kommenden Monaten begleiten.

Foto: Vom 3. bis 5. Juni 2026 nahmen Bibliotheksleiterin Sandra Baumgart und Hendrik Sielaff vom Projekt „Transfer durch Kokreation” der Universität Leipzig an der internationalen Abschlusskonferenz in Amsterdam teil. Dort trafen rund 60 Projektteams aus mehr als 30 europäischen Ländern zusammen.

Bildquelle: Ridderhoff Fotografie