Pfennigbrücke länger gesperrt


Die Arbeiten an der Pfennigbrücke dauern etwa drei Wochen länger. Die Brücke bleibt damit voraussichtlich bis Mitte November 2021 für Fußgänger und Radfahrer geschlossen. Grund für die Bauverzögerung ist die anhaltende Nässe. Aufgrund der vielen Regentage konnte in den vergangenen Wochen die Beschichtung des Bodens und der Geländer nicht im geplanten Tempo aufgebracht werden. Für diese wird ein trockener Untergrund benötigt, da sich sonst Blasen bilden.

Zudem gab es auf der Baustelle eine böse Überraschung: Mehr als 1.000 Schrauben, die sich am Unterbau der Brücke befinden, sind verrostet. Der Missstand fiel erst während der Arbeiten auf, weil die Schrauben mit Farbe übermalt waren. Da sich die Schrauben nicht mehr drehen lassen, müssen diese nun einzeln herausgeschnitten werden – eine mühevolle und zeitaufwendige Aufgabe.

Trotz der baulichen und witterungsbedingten Rückschläge hat sich auf der Pfennigbrücke bereits einiges getan. Mit Sandstrahl- und Kugelstrahlgeräten wurde die alte Beschichtung des Bodenbelags und der Geländer entfernt. Mittlerweile ist auch schon die neue Grundbeschichtung des Bodens aufgetragen. Am Geländer muss nur noch ein Brückenfeld in dem neuen Grauton gestrichen werden. Mehr als die Hälfte der verrosteten Schrauben wurden schon durch feuerverzinkte Schrauben ersetzt.

Und es gibt auch gute Nachrichten. Während bei anderen Bauprojekten derzeit die Materialbeschaffung Probleme bereitet, läuft diese bei der Pfennigbrücke bisher weitgehend reibungslos. Außerdem bewies die Stadt Weißenfels Weitsicht. Im städtischen Haushalt hatte sie 500.000 Euro für die Baumaßnahme Pfennigbrücke eingeplant. Eine weise Entscheidung, wie sich nun zeigt. Denn durch eine Kostensteigerung von rund 100.000 Euro werden sich die Gesamtkosten voraussichtlich in Etwa auf die geplanten 500.000 Euro belaufen.

Die Pfennigbrücke wird seit August 2021 saniert. Bei einer Prüfung im vergangenen Jahr wurden umfangreiche bauliche Mängel an dem Bauwerk festgestellt. So fehlten unter anderem Nieten und Schraubverbindungen und der Oberflächenbelag wies viele Abplatzungen und Stolperstellen auf.

In den kommenden Wochen stehen neben dem Austausch der restlichen verrosteten Schrauben noch zahlreiche weitere Aufgaben auf dem Plan. So werden unter anderem die Lampen im Brückengeländer auf LED umgestellt und mit neuen Plexiglasscheiben ausgestattet. An den Plattenstößen müssen zudem noch Risse geschlossen werden, damit kein Wasser mehr durchdringen kann. Darüber hinaus werden einige Stellen im Mauerwerk des Balkons ausgebessert. Zum Schluss erhält die Pfennigbrücke einen neuen Kunststoffbelag. Für drohende Minusgrade hat die Stadt Weißenfels vorsorglich Zelte und mobile Heizgeräte mit ausgeschrieben, die im Notfall schnell aufgebaut werden können.

Zuletzt wurde die Pfennigbrücke im Sommer 1997 saniert. Die jetzige Sanierung ist zwingend notwendig, da die Pfennigbrücke während des Neubaus der großen Saalebrücke im Jahr 2023 die einzige Umleitung für Fußgänger und Radfahrer sein wird und sich dementsprechend in einem guten baulichen Zustand befinden muss.