„Sport frei“ in der Turnhalle der Albert-Einstein-Grundschule


Die energetische und allgemeine Sanierung der Turnhalle der Albert-Einstein-Grundschule ist abgeschlossen. Die Schülerinnen und Schüler nutzen das Gebäude seit November 2021 wieder für den Sportunterricht. Ab dem Jahr 2022 können auch Vereine wieder die Halle nutzen. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme werden sich auf etwa 2,4 Millionen Euro belaufen, wobei etwa 1,5 Millionen Euro für die energetische Sanierung und knapp 932.000 Euro für die allgemeine Sanierung eingesetzt werden. Aus dem STARK-III-Programm (EFRE) erhält die Stadt Weißenfels Fördermittel in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro. Ursprünglich hatte die Kommune mit Gesamtkosten in Höhe von 2,1 Millionen Euro gerechnet. Ein Antrag auf Beteiligung an den Mehrkosten wurde beim Fördermittelgeber eingereicht.

Seit dem Beginn der Arbeiten an der Turnhalle im Februar 2020 hat sich einiges getan. Zunächst wurde die gesamte Halle von Grund auf entkernt. Bauarbeiter entfernten alle Sanitäranlagen, Türen, Fenster und Fliesen. Auch die Wände und die Bodenplatte wurden beseitigt. Die Rohbauarbeiten erfolgten von April bis November 2020. In diesem Zusammenhang erhielt das 1987 errichtete Gebäude eine neue Bodenplatte. Die Arbeiter errichteten neue Trennwände zwischen dem Sport- und Sozialtrakt. Im Zuge dessen wurden auch die Umkleiden und Sanitärräume neu angeordnet. Die Toiletten befinden sich jetzt gleich rechts und links neben dem Hauptgang, sodass die Schülerinnen und Schüler diese nutzen können, ohne den Umkleideraum zu durchqueren. Neu hinzugekommen sind ein Kleingeräteraum und ein Putzmittelraum. Das Lehrerzimmer verfügt nun über eine eigene Dusche und Toilette. Fenster, Sanitäranlagen, Türen und die Möbel der Umkleideräume – alles wurde erneuert. Auf dem Außengelände haben Arbeiter zudem Garagen errichtet, in denen Spiel- und Sportgeräte gelagert werden können.

Schmuckstück der Turnhalle ist definitiv das neue Sportfeld. Die Arbeiter haben einen Sport-Schwing-Boden verlegt, der durch seine Dämpfeffekte die Gelenke der Kinder schont. An den Wänden befinden sich Multiplexplatten aus Birkenholz mit Prallschutz- und Schallschutzfunktion. Die Fensterbänder wurden mit Sonnenschutzfolien versehen. Die Sporthalle verfügt zudem über mehrere Basketballkörbe und zwei Gerätekammern. Kletterstangen und Sprossenwände verschwinden platzsparend als Einbausportgeräte in einem Hohlraum in der Wand.

Auch in Punkto Brandschutz und Energieeinsparung entspricht die Turnhalle der Albert-Einstein-Grundschule nun aktuellen Anforderungen. Unter anderem wurden Rauchschutztüren eingebaut und eine flächendeckende brandschutztechnische Überwachung realisiert. In den beiden Giebelwänden gibt es eine Tür, die im Notfall als zweiter Rettungsweg dient. Die Fassade im Bereich der Halle wurde mit einem Wärme-Dämm-Verbund-System energetisch ertüchtigt. Der Sanitärtrakt erhielt eine robuste Faserzementfassade bestehend aus Unterkonstruktion und Dämmung.

Die gesamte Turnhalle wurde zudem mit LED-Beleuchtung ausgestattet. Diese ist im Hallenbereich dimmbar, sodass die Beleuchtung für unterschiedliche Nutzungen gesteuert werden kann und die Möglichkeit zum Stromsparen besteht. Darüber hinaus ist das Lüften der Halle über elektrisch betriebene Fensterflügel möglich. Das Heizsystem ist vom Schulgebäude entkoppelt und funktioniert über eine Luftwärmepumpe. Das gesamte Gebäude ist mit Fußbodenheizung ausgestattet. In jedem Raum kann die Temperatur individuell geregelt werden und somit optimal an die Nutzungsbedingungen angepasst werden. Das Hauptziel der energetischen Sanierung ist die Senkung des Gesamtenergieverbrauches und die damit verbundene CO2-Einsparung als vorrangige Klimaschutzmaßnahme. Durch die Baumaßnahmen soll eine Energieeinsparung von mindestens 30 Prozent erzielt werden. Wobei ein Vergleich mit bisherigen Verbrauchszahlen nicht komplett möglich ist, da im Zuge der Sanierung auch reichlich Technik nachgerüstet wurde, die nun Strom verbraucht.

Die Sanierung der Turnhalle der Albert-Einstein-Grundschule hatte länger gedauert, als geplant. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits Ende April 2021 beendet werden. Die Gründe für die Verzögerung waren vielfältig. So gab es pandemiebedingt aufgrund von Quarantäne und Kinderbetreuung personelle Ausfälle auf der Baustelle. Außerdem hat der lange Winter dazu beigetragen, dass einige Arbeiten nicht pünktlich ausgeführt werden konnten. Ein ungeahnter Zeitfresser war zudem die Dach- und Fassadenplanung. Die Projektverantwortlichen standen vor der Herausforderung, die Turnhalle einerseits – wie vom Fördermittelgeber verlangt – energetisch zu sanieren. Andererseits durften aufgrund der schlanken Bauweise der Halle keine Mehrlasten aufgebracht werden, da sonst die statische Sicherheit der Halle nicht mehr gegeben wäre. Im Ergebnis wurde das Dach mit den wellenförmigen HP-Schalen (hyperbolische Paraboloidschalen) erhalten. Die Wellen sind aber nicht mehr zu sehen, weil sie mit Dämmstoff ausgefüllt und mit einem Aluminiumdach in Leichtbauweise bedeckt wurden.